Natürliches Rollenverhalten

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Die These des natürlichen Rollenverhaltens als Ursache für den mangelnden Erfolg von AB-Männern geht davon aus, dass Männern generell der aktivere Part bei der Beziehungs­anbahnung zugedacht ist; eine Rolle, an der AB-Männer aufgrund individueller Gründe scheitern.

Pro[Bearbeiten]

Vorbemerkung: Abgrenzung von beruflichen und sozialen/familiären Rollen[Bearbeiten]

Ein Mißverständnis bei der Hypothese ist, dass damit angeblich „überkommene Geschlechter­rollen“ propagiert werden. Dies ist nicht der Fall. Es sind nicht berufliche (Hausfrau vs. zur Arbeit gehender Mann) oder soziale/familiäre (Kinder hütende Mutter vs. sich nicht engagierender Vater) Rollen gemeint. Sondern eher grundsätzliche Verhaltens­strategien und -muster, die „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“ sind.

Rollen als neutrale Naturvorgaben[Bearbeiten]

Die natürlichen Rollen werden nicht als Fehler gesehen, den es im Rahmen der Gleichberechtigung noch auszumerzen gilt, sondern neutral als Einrichtung der Natur, die Vergleichbares in der Tierwelt zeigt (Männchen wirbt, Weibchen erwählt).

Unterschiedliches Verhalten bei der Beziehungsanbahnung[Bearbeiten]

Trotz weiblicher Emanzipation gehört zur männlichen Rolle, die wesentlichen Schritte zur Beziehungs­anbahnung vorzunehmen. So wird z.B. im Rahmen des Flirtens zu einem späteren Zeitpunkt (unbewußt) erwartet, dass der Mann als erster unzweideutig seinen Beziehungs­wunsch offenbart, nachdem der bisherigen Verlauf noch zweideutig blieb und potentiell beide Wege (Beziehungsbeginn ja oder nein) offen ließ. Die Form der Offenbarung ist hier nicht zwingend verbal und konkret („ich habe mich in dich verliebt“) zu verstehen, sondern kann beispielsweise auch durch Körperkontakt oder schlüssige Aussagen erfolgen. Kurz gesagt läßt der Mann üblicherweise als erster die Deckung fallen. Die Gegner dieser Hypothese verweisen hierbei darauf, dass moderne Frauen ebenfalls aktive Schritte vornehmen, um zu einer Beziehung zu einem bestimmten Mann zu kommen. Dies ist sicherlich richtig. Zum einen gilt der Grundsatz „Ausnahmen bestätigen die Regel“, zum anderen muß genau untersucht werden, wie einzelne Schritte beim Flirt intensitätsmäßig zu bewerten sind. So mag eine Frau den Flirt durch direkten Blickkontakt oder anlächeln beginnen, jedoch ist dies „nur“ als Einladung zu verstehen, nicht als wesentlicher, offensiverer Schritt. Als Maßstab für die Bewertung der Aktionen beider Akteure gilt der Grad des unmißverständlichen, unzweideutigen Bekenntnisses (verbal oder durch schlüssiges Verhalten) zum Wunsch einer Beziehung mit der anderen Person.

Offensives männliches Verhalten[Bearbeiten]

Da Männer grundsätzlich offensiver (in negativer Hinsicht: rücksichtsloser/unnachgiebiger) vorgehen, was auch hormonbedingt ist (Testosteron macht aggressiver), ist es unwahrscheinlich, das gerade die Ebene der Beziehungen nicht auch von dieser Eigenart betroffen sein soll.

Sexuell/sinnliches Verhalten[Bearbeiten]

Im allgemeinen wird von der männlichen Rolle erwartet in Schlüsselmomenten sexuell/sinnlich die Initiative zu ergreifen oder auf Signale der Frau zu reagieren (Berührung, erster Kuss, Petting, Sex). Das Fehlen solcher Initiative kann als Desinteresse, Feigheit oder Fehlen von Sexualität interpretiert werden. Dies wird auch als ein Mitgrund für die männliche Kumpelschiene angenommen.

Ergänzung weibliches Verhalten nötig

Bedeutung für männliche ABs[Bearbeiten]

Sofern der männliche AB Hemmungen hat, offensiv vorzugehen, liegt das Problem auf der Hand. Es gelingt ihm nicht, der Rollen­vorstellung zu genügen. Der Normalo ist dann im Vorteil und kommt zum Zug.

Wunsch von männlichen ABs nach mehr Initiative von Frauen[Bearbeiten]

Des öfteren wird der Wunsch von MABs nach mehr Initiative von Frauen bei der Beziehungs­anbahnung geäußert. Dies drückt nur die Defizite aus, die natürliche Vorgabe nicht erfüllen zu können und die Verantwortung auf die Frau übertragen zu wollen.

Bedeutung für weibliche ABs[Bearbeiten]

Das Fazit dieser Hypothese ist für weibliche ABs leider unschmeichelhaft. Da vermutet werden kann, dass es genügend Normalos gibt, die der natürlichen Rollenvorgabe entsprechen, muß es Gründe geben, warum dies nicht geschieht oder nicht zum Erfolg führt. Die eher passive weibliche Rolle kommt z.B. schüchternen Frauen entgegen. Entweder liegt es an mangelnder Attraktivität oder an einem Nicht­eingehen auf das Werben von Männer. Ausgleichenderweise muß hier gesagt werden, dass auch MABs oft aufgrund von optischen Defiziten beim Werben erfolglos bleiben (oder dieses eben aufgrund von psychischen Defiziten unterlassen).

Contra[Bearbeiten]

Kritische Stimmen bemängeln an der gegenständlichen Theorie, dass die Rolle des Mannes als aktiverer Part gegenüber der Frau sozial konstruiert und keineswegs zwingend ist. In anderen gesellschaftlichen Kontexten übernehmen etwa die Eltern diese aktive Rolle gegenüber den anderen Eltern (z.B. indischer Kulturkreis), oder der werbende Mann wendet sich an die Eltern der Frau (z.B. arabischer Kulturkreis). Kritische Stimmen halten überdies fest, dass ein Verkehren vieler nicht verwandter Menschen, wie durch die moderne Zivilisation ermöglicht, keinesfalls mit einem natürlichen Zustand vergleichbar ist. Die ursprüngliche Lebensform des Menschen ist der nomadisierende Clan, der gelegentlich auf andere Clans trifft und dabei zur Hintanhaltung inzestuöser Beziehungen Frauen oder Männer austauschen kann. (Manche Forscher vertreten die Meinung, dass die Heraus­forderungen der Pubertät diesen Prozess für alle Beteiligten erleichtern soll.) Es gibt also keinen ernst­zunehmenden wissen­schaftlichen Hinweis dafür, dass das gegenwärtig in der westlichen Welt praktizierte Werbeverhalten für die menschliche Art natürlich ist.

Als weiteren Schwachpunkt der Theorie wird bemängelt, dass die Rollen von Mann und Frau im Werbeverhalten der westlichen Kultur keinesfalls in aktiv und passiv aufgeteilt werden kann. Vielmehr handelt es sich um ein gegenseitiges Entgegen­kommen mit eigenem Rhythmus. So kann zu schnelles Vorgehen (frühzeitige Liebes­geständnisse, z.B. in Briefform; unverhoffte Aufforderungen zum Geschlechtsakt unter Alkoholeinfluss) nicht nur das Interesse des Empfängers deutlich reduzieren, sondern auch sozial unangemessen bzw unbeholfen wirken. Beobachtet man erfolgreich flirtende Personen, nimmt man wiederholende Muster aufeinander abgestimmter Verhaltensweisen ab, die beiden Personen ein anregendes Gefühl vermitteln und Angst reduzieren. So küsst nicht etwa der Mann spontan die Frau, sondern dies ist vielmehr eine Folge gegenseitigen kontinuierlichen Entgegen­kommens und vorsichtigen Interesse­bekundens. Kritiker mutmaßen, dass dieser manchmal als „Tanz“ beschriebene Vorgang mitunter von sozial wenig kompetenten ABs nicht wahrgenommen wird, und sie daher irrtümlich von einer pauschal aktiven Rolle des Mannes ausgehen. Daher ist die gegenständliche Theorie auch geeignet, ABs einerseits zu frustrieren, weil sie eine in praxi nicht geforderte Aktivitäts­intensität vorgaukeln, und andererseits zu unpassenden, verfrühten Handlungen verleiten können.


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