Häufig gestellte Fragen

Aus Deutschen Incel-Wiki

Sind alle unfreiwillig Zölibatäre männlich?[Bearbeiten]

Der Begriff Incel ist eine Abkürzung für das englische “involuntary celibate”, was deutsch „unfreiwillig zölibatär“ bedeutet. In deutschsprachigen Ländern ist Bezeichnung „Absolute Beginners“ (AB) geläufiger.

Incel ist ein soziologischer Begriff, der für einen Lebensumstand steht. Inceldom wurde erstmals in der Donnelly-Studie als soziologisches Phänomen beschrieben. „Die Incels“ sind keine Subkultur, in der man Mitglied wird und Mitglieder über eine „Mitgliedschaft“ entscheiden. Die Incelosphäre ist überwiegend, aber nicht ausschließlich, männlich dominiert. Nach der in diesem Wiki verwendeten Definition interagieren die meisten Incels nicht mit der Incelosphäre und nehmen auch nicht an ihr teil.

Nach der weit gefassten Definition von Incel, „zölibatär wider Willen“, haben Incel-Frauen in der Regel gesundheitliche Probleme wie Vaginismus, befinden sich in sogenannten sexlosen Beziehungen, sind Mentalcels oder sind „Standardcels“.[1] Wenn Frauen Anspruchs-Incels sind, so sind die Ansprüche, die Frauen davon abhalten, sich auf sexuelle Beziehungen einzulassen, tendenziell viel weiter gefasst und schließen einen viel größeren Teil der Freier aus als die Ansprüche, die Männer haben. Viele Menschen in der Online-Incelosphäre glauben daher nicht, dass es sich um einen qualitativ ähnlichen Lebensumstand handelt. Sie neigen auch dazu, zu glauben, dass medizinische oder psychische Zustände, die weibliches unfreiwilliges Zölibat verursachen, meist Randfälle sind, die von dem ablenken, was primär ein männliches Problem ist.

Unter der engen Definition von Incel, „Zölibat gegen den Willen“, gibt es praktisch keine weiblichen Incels, aber viele männliche Incels.

Sind alle Incels Frauenhasser und sind diese Menschen gefährlich?[Bearbeiten]

Incel steht für einen Lebensumstand, einer „unfreiwillig zölibatären“ Lebensweise. Die in ihrer überwältigenden Mehrheit männlichen und heterosexuellen Incels empfinden keinen Hass auf Frauen, sondern sie vermissen Frauen in ihrem Leben. Sie würden gerne mit Frauen eine Liebesbeziehung eingehen und ihren Partnerinnen Liebe und Zuwendung entgegenbringen.

Das Ausbleiben einer Gelegenheit, mit einer Frau in eine persönliche Beziehung zu treten, führt bei vielen unfreiwillig beziehungslosen Männern zu Frustration. Dieser Umstand wird von männer­hassenden Feministinnen und postmodern-linksextremistischen Aktivisten, welche die Gesellschaft gerne in klassenkampf-ähnliche Konflikte verwickeln wollen, genutzt, „unfreiwillig zölibatär“ lebende Männer als „Frauenhasser“ zu diffamieren.

Allerdings finden sich im Internet eine Vielzahl an Echokammern, wo sich die Frustration in bedrohlicher Weise eskalieren kann, so wie eine Hängebrücke, die vom Wind angeregt sich in ihrer Resonanzfrequenz immer weiter aufschaukelt, was zu ihrer vollständigen Zerstörung führt.

Dazu kommen destruktive Gedankenkonstrukte wie etwa die „Schwarze Pille“, was Menschen zu einer äußerst pessimistischen und fatalistischen Lebens­einstellung verleiten kann und dies zunächst einmal für die betroffenen Menschen selbst psychisch äußerst ungesund ist. Dieses Wiki unterstützt deshalb solche Konzepte wie „Schwarze Pille“ ausdrücklich nicht und befürwortet auch die Schließung von selbst­zerstörerischen Internet-Plattformen. Es besteht akut Bedarf an persönlichkeits­stabilisierenden Angeboten.

Wer einem hungrigen Hund einen Knochen mit viel Fleisch hinwirft, den wird der Hund nicht hassen, sondern sein Freund sein. Feministinnen haben nicht nur den Männern nichts anzubieten, sondern fügen Incels vorsätzlich psychischen und sozialen Schaden zu, was offenbar ihrer männer­feindlichen Gesinnung und Agenda entspricht. Gleichzeitig fragen sie aus ihrer eingeübten Opferrolle in geheuchelter Betroffenheit „Woher kommt nur dieser Frauenhass?“

Vielmehr sind diese empathiefreien und menschen­verachtenden Feministinnen gefährlich, die beständig das Verhältnis zwischen den Geschlechtern vergiften oder zumindest beeinträchtigen. Der Umstand, dass viele Männer „unfreiwillig zölibatär“ leben müssen, begreifen Feministinnen nur als weitere Gelegenheit, ihren ausgeprägten Männerhasses noch zusätzlich zu steigern. (Siehe auch Hassrede gegen Incels in deutschsprachigen Ländern.)

Diesem feministischen Hass auf alles Männliche ist genauso entschieden entgegenzutreten wie dem Frauenhass in einigen Incel-Foren.

Sind Incel eine Gruppe, Ideologie, Subkultur, Organisation, Gemeinschaft oder Bewegung?[Bearbeiten]

Nein.

Incel ist eine Abkürzung für unfreiwillig zölibatär lebende Menschen, was selbsterklärend ist. „Unfreiwillig“ bedeutet nicht willentlich. „Zölibatär“ bedeutet ohne Sex und/oder Romantik. Bis zu 28 % der amerikanischen jungen Männer sind nach Angaben der Washington Post Incel.[2] „Incel“, ist ebenso wenig eine einheitliche Gemeinschaft, wie beispielsweise Transsexuelle eine einheitliche Gemeinschaft sind.

Was selbst ernannte Incels oder Incel-Foren angeht, so sind diese extrem abgeschottet und teilen keine radikalen Überzeugungen, es sei denn, man will ihr deterministisches Menschenbild als radikale Ideologie bezeichnen. Einzelne Philosophien wie die ursprüngliche Schwarze Pille-Definition oder Subkulturen wie die 4chan-Gemeinschaft tauchen in einigen, aber nicht allen Foren auf, die sich dem unfreiwilligen Zölibatären widmen, und sie nicht beständig, sondern sich fortwährend ändernden Modetrends unterworfen.

Unfreiwillig zölibatär lebende Menschen eine Bewegung zu nennen, wäre so wie wenn man arme Menschen als Bewegung oder Welt­anschauungs­gemeinschaft bezeichnen würde. Um es näher zu erläutern: „Armut“ bezeichnet den Zustand arm zu sein. Dieser Begriff bedeutet für arme Menschen das, was „Inceltum“ für Incels bedeutet. Beides sind Lebens­situationen, die Begriffe „Incel“ und „Armer“ oder „Bedürftiger" bezeichnen eine Person, die von diesen Umständen betroffen ist. Die meisten Menschen sind sich weitgehend einig, dass arme Menschen weder eine soziale Bewegung bilden, noch dass es eine spezifische Ideologie gibt, der diese anhängen. Ebenso verhält es sich mit „Incels“ und „Inceltum“.

Setzt sich die Incel-Community nur aus Weißen zusammen?[Bearbeiten]

Obwohl die unfreiwilligen Zölibatären oft stereotyp als meist weiß dargestellt werden, legen neuere Umfragen und Daten­erhebungen (und die allgemeine Nutzung der Foren) eine andere Vermutung über die „rassische“ Zusammensetzung der Incels nahe. Diese Umfrage unter Braincels zeigt, dass Weiße nur 28 % der Foren­population ausmachen, wobei die größte rassisch definierte Bevölkerungs­gruppe indisch-stämmige US-Amerikaner sind. Die umfassendste Umfrage im mehrheitlich von Weißen aufgesuchten Forum incels.co zeigte, dass nur 50 % seiner Mitglieder weiß (Europäer-Stämmige) waren.[3] Da Inceltum in der Regel durch Polygynie verursacht wird, ist es wahrscheinlich, dass die Länder Senegal[4] und Katar[5] die höchsten Raten von Inceltum weltweit haben, unabhängig davon, welcher Prozentsatz dieser Länder in der „Incelosphäre“ teilnimmt.

Sind unfreiwillig Zölibatäre wütend oder frustriert?[Bearbeiten]

Unfreiwillig Zölibatäre sind Menschen und als solche haben sie Gefühle (sowohl negative als auch positive) wie alle anderen auch. Es ist normal, dass man sich schlecht fühlt, wenn man keine Befriedigung eines seiner elementaren Bedürfnisse erlangt. Viele unfreiwillige Zölibatäre gewöhnen sich an ihre Situation und geben sich damit zufrieden, unfreiwillig zölibatär zu leben, was womöglich zur Aufstauung von negativen Emotionen führen kann. Unfreiwillig Zölibatäre, die die Weiße Pille nehmen, üben sich in Stoizismus und Askese und geben sich dann mit ihrer Situation zufrieden. Die Untergruppe der Incels, die am ehesten verärgert und zutiefst frustriert sind oder sich depressiv fühlen, sind wahrscheinlich die sogenannten Nymphocels.

Wollen oder brauchen Incels nur Sex?[Bearbeiten]

Es stimmt, dass das einzige verbindende Merkmal von Incels der unfreiwillige Zustand ist, ohne Sexualpartner zu sein. (Einige Incels argumentieren jedoch, dass das Wort Incel mehr mit Romantik als mit Sex zu tun habe.) Unfreiwillige sexuelle Abstinenz bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass man Sex will oder dass es das einzige Bedürfnis ist, dass man hat. Einige Incels wollen nur einen romantischen Begleiter, andere wollen eine Liebesbeziehung oder sogar eine Ehe, einige wünschen sich Nachwuchs, wieder andere streben nach Anerkennung und wieder anderen geht es um den sozialen Status, der mit einer Partnerschaft verbunden ist. Einige wollen einen Beziehungs- oder Ehepartner aufgrund elterlichen Drucks oder weil sie den Verdacht, homosexuell zu sein, widerlegen wollen. Andere wollen Unabhängigkeit von den Eltern, d.h. den Auszug aus dem Elternhaus, was teilweise mit einer romantischen Beziehung verbunden sein kann. Einige unfreiwillige Zölibatäre streben Steuer­erleichterungen und anderen sozialen Vergünstigungen, die oft mit einer Partnerschaft verbunden sind, an.

Obwohl Incels oft als „Jungs, die sich nicht flachlegen lassen“ dargestellt werden, zeigen die obigen Beispiele, dass es möglich ist, ein grau-, demi­sexueller oder sogar asexueller Incel zu sein.

Angesichts alles dessen verbietet sich die Annahme, dass Incels ausschließlich an sexueller Betätigung interessiert sind, wenngleich viele Incels sich sexuelle Intimität wünschen.

Warum nehmen Incels keine Dienstleistungen von Prostituierten in Anspruch?[Bearbeiten]

Bei dieser Fragestellung muss unbedingt berücksichtigt werden, dass Sex nicht das einzige Ziel von Incels darstellt. Diejenigen Incels und vor allem Truecels, die bereit wären für den Beischlaf zu bezahlen, sind normalerweise so hässlich und/oder körperlich deformiert, dass selbst Prostituierte sie ablehnen, es sei denn, dass es sich bei ihnen um sogenannte Escortcels oder tatsächliche Mentalcels handelt.

Der Umgang mit Prostituierten oder ein Dasein als sugar daddy/mommy gilt nicht als sexuelle, romantische oder gar soziale Beziehung, sondern als Geschäfts­verhältnis, da diese Beziehung nicht auf gegenseitiger Zuneigung oder der Freude an gemeinsamen Aktivitäten (einschließlich sexueller Art), sondern einzig auf einer kauf­vertraglichen Übereinkunft basiert. Selbst wenn es sich um eine sexuelle oder romantische Beziehung handeln sollte, könnten es sich die meisten Incels nicht leisten, regelmäßig für Koitus zu bezahlen. Zumindest in den USA sind die Kosten für entgeltlichen Beischlaf unerschwinglich und belaufen sich in Großstädten im Durchschnitt auf bis zu 600 US-Dollar pro Stunde.

Sind unfreiwillig Zölibatäre gewalttätig?[Bearbeiten]

Kurz gesagt, nein.

Das ist ein Stereotyp, das durch Schubladendenken und pauschalisierende Darstellungen in der Meinungswirtschaft genährt wird. Ein niedriger Testosteron­spiegel ist in der Incel-Bevölkerungs­gruppe häufiger anzutreffen als bei Nicht-Zölibatären. Unbeherrschtheit, Unterwürfigkeit und hohe Hemmschwellen sind laut Henry Flynt ebenfalls häufiger bei unfreiwillig zölibatär lebenden Bevölkerungs­gruppen anzutreffen. Darüber hinaus neigen die stoischen und asketischen Standpunkte, die von einigen Grundsätzen der Purpur- und Schwarzpille vertreten werden (insbesondere wenn sie durch die Weißpille ergänzt werden), dazu, Gewaltanwendung befürwortende Standpunkte zugunsten des Pazifismus abzulehnen.

Die Tatsache, dass in der Incelosphäre Foren für viele wütende oder frauen­feindliche Äußerungen bekannt sind, macht Incels als Gruppe nicht gewalttätig, denn Incels, die an diesen Foren teilnehmen, stellen eine sehr kleine Minderheit dar, die ihre gesamte persönliche Identität auf ihrer unfreiwilligen sexuellen Abstinenz aufgebaut hat.

Ist Inceltum neu?[Bearbeiten]

Der Begriff „Inceltum“ ist ein Überbegriff und Sniglonym eines Begriffs, der ursprünglich 1739 in den Schriften von Antoine Banier geprägt wurde. Inceltum hat in der gesamten Menschheits­geschichte existiert. Das Phänomen existiert sogar im erweiterten Tierreich (siehe animalcel).

Was ist das größte Missverständnis über Inceltum?[Bearbeiten]

Das häufigste Missverständnis ist, dass Inceltum ein Glaubenssystem sei, ein Etikett oder eine Ideologie darstelle. Inceltum ist einfach ein soziales Phänomen, das mit Obdachlosigkeit vergleichbar ist, und ein sozio­demographisches Phänomen wie die Arbeitslosigkeit.

Sind Incels psychisch krank?[Bearbeiten]

Im Allgemeinen nein. Einige der größten Denker der Geschichte lebten unfreiwillig im Zölibat. Siehe beispielsweise Vincent van Gogh. Aber es gibt auch Mentalcels. Allerdings kann Inceltum gelegentlich zu einem dauerhaft psychisch belastenden Zustand der Verzweiflung und einem allgemeinen Rückgang der Leistung kognitiver Funktionen durch Traurigkeit und zum Drogenkonsum führen.

Was ist die schwarze Pille?[Bearbeiten]

Incels haben kein Glaubenssystem, weshalb die meisten auch keine Befürworter der „Schwarzen Pille“ sind.

Die „schwarze Pille“ ist eine Internet-Philosophie, die viele ideologische Versatzstücke, Mythen und Küchen­psychologie enthält. Dazu gehört die Überzeugung, dass das Aussehen das bei weitem wichtigste Element bei der Anziehung eines Partners im Jahr 2021 ist. Es beinhaltet auch manchmal Annahmen bezüglich der weiblichen Paarungs­gewohnheiten, wie den Glauben an „Hybristophilie“, die sexuelle Anziehung von Frauen zu dominanten und bösen Männern und deren Paarungs­zeitpläne. Sie hat jedoch stärkere politische Untertöne als andere Pillen, vor allem, weil ihre Befürworter dazu neigen, traditionelle Konservative zu sein, welche die „Durchsetzung der Monogamie“ befürworten, indem sie die „Sexuellen Revolution“ rückgängig machen.

Alternativ dazu bedeutet die „schwarze Pille“ zu akzeptieren, dass hässliche Männer einfach aufhören sollten, sich zu verabreden, weil der gesellschaftliche oder evolutionäre Selektionsdruck auf Frauen zu mächtig ist (Defätismus).

Ist Inceltum gleichbedeutend mit der Schwarzen Pille?[Bearbeiten]

Nein. Manche glauben nicht an die Schwarze Pille. Einige sind mit Teilen davon nicht einverstanden. Andere folgen überhaupt keinen „Pillen“. Einige unfreiwillige Zölibatäre folgen der Lilanen, andere der Blauen, wieder andere der Roten oder der Weißen Pille. Einige unfreiwillig Zölibatäre, die noch nie in die Incelosphäre eingetreten sind, kennen den „Pillen-Jargon“ überhaupt nicht. Es gibt auch „Noncel Blackpillers“ wie Catherine Hakim. Die Schwarze Pille ist jedoch eher unter selbst identifizierten Mancels beliebt.

Ist Inceltum mit der „Alt-Right“-Bewegung verbunden?[Bearbeiten]

Nein. Weiße stellen in der englischsprachigen Incelosphäre eine Minderheit dar: siehe „Rasse“ im Übersichtsartikel zur Incel-Demographie. Der Grund für diese Falschannahme liegt darin, dass Menschen aus dem „Alt-Right“-Lager zu den wenigen öffentlichen Verteidigern der Incels gehören. Dafür gibt es viele Gründe. Der wichtigste jedoch ist, dass sowohl die „Alt-Right“- als auch einige Incel-Foren eher pro-natalistisch eingestellt sind, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Wenn es heute eine andere pro-natalistische Bewegung gäbe, dann wären sie wahrscheinlich die öffentlichen Verteidiger von Incels. Es gibt auch andere Verteidiger von Incels außerhalb der „Alt-Right“. Siehe Angela Nagle, MRAs und all die anderen in dieser Liste ausgenommen Devlin und Spencer.

Sind Incels Narzissten?[Bearbeiten]

Dieses Stereotyp entstand wahrscheinlich durch die mediale Rezeption von Elliot Rodgers Vlogs, der darin den Eindruck vermittelte ein extremer Narzissist zu sein. Allerdings war ein weiterer Amokläufer, George Sodini, der seine Morde darauf zurückführte, dass er keinen Sex hatte, übertrieben bescheiden. Dieser Verallgemeinerungs­versuch ist nicht plausibel begründbar.

Der Grad an echtem Narzissmus, den Elliot Rodger zeigte, ist in den Incel-Foren jenseits der schwarzen Pille selten, wird oft aus der Isolation heraus geboren und ist Teil einer umfassenderen Unfähigkeit zur sozialen Integration. Die meisten Menschen in den Vereinigten Staaten haben eine ausgeprägte Neigung zum Narzissmus, aber die meisten Incels sind nicht viel narzisstischer als der Durch­schnitts­bürger in den USA. Diejenigen, die besonders narzisstisch sind, können ihn als Bewältigungs­mechanismus dafür nutzen, dass sie niemanden mehr haben, den sie lieben können.

Es ist seltsam, dass eine Gruppe von Menschen, die durch ihre Unfähigkeit einen romantischen Partner anzuziehen, identifiziert wird, oft des Narzissmus beschuldigt wird, aber das könnte ein Ergebnis der ständigen Behauptungen der Medien sein, dass Incels sich „berechtigt“ fühlen, Sex zu haben, was eine Ungereimtheit ist.

Sind Incels homo- oder transphob?[Bearbeiten]

Incels stellen keine einheitliche Gruppe dar und sind eine sozio­demografisch heterogen zusammengesetzte Gemeinschaft. Es gibt jedoch einige anekdotische Hinweise darauf, dass ein nicht näher spezifizierter Anteil von Homosexualität tatsächlich durch ein unfreiwilliges Zölibat verursacht wird (siehe Homocel-Hypothese). In ähnlicher Weise legt die Trans-Vestigialitäts-Hypothese auch nahe, dass ein signifikanter Anteil des Transgenderismus durch Inceltum verursacht wird. Geschlechtsakte zwischen Männern aufgrund der Nichtexistenz weiblicher Sexualpartner sind in der Mehrzahl der Fälle in Gefängnissen anzutreffen. Es sei denn, das Gefängnis besteht aus (normalerweise weiblichem) sexuellen Selektionsdruck anstelle eines buchstäblichen Gefängnisses.

Sind Incels menschenfeindlich?[Bearbeiten]

Vorurteile gibt es sowohl bei den Mitgliedern der Incelosphäre, sowohl online wie auch offline, darunter Eurotophobie (Frauenfeindlichkeit), Phallophobie (Männerfeindlichkeit) oder Misanthropie (gegen jedermann). Online-Plattformen, die zum Auslassen von Vorurteilen konzipiert sind (wie incels.co), haben am ehesten Tendenzen zu Vorurteilen, während diejenigen, deren Hauptaugenmerk auf dem Aufstieg (wie Looksmax.me) oder als Selbsthilfegruppe (wie Incelistan) liegt, die geringste Neigung zu solchen Tendenzen haben.

Sind Incels frauenfeindlich?[Bearbeiten]

Nein. Einige sind es, aber die überwältigende Mehrheit ist es eben nicht. Traurigerweise erhält die kleinere Gruppe der frauenfeindlichen Incels die meiste mediale Aufmerksamkeit. Ein Incel ist jemand, der sich eine Romanze wünscht, aber keine realistische Möglichkeit hat, sie zu bekommen. Es gibt zig Millionen erwachsene Männer auf der Welt, auf die diese Beschreibung passt, und die große Mehrheit von ihnen hasst Frauen nicht. Im Gegenteil, sie würden sehr gerne eine Liebesbeziehung mit einer Frau eingehen.

Ist ein Single dasselbe wie ein Incel?[Bearbeiten]

Nein. Single zu sein kann eine eigene Wahl sein, während Inceltum immer unfreiwillig ist. Und manche Menschen sind über einen längeren Zeitraum Single, haben aber trotzdem Stelldicheins, Romantik und Sex, nur eben ohne feste Beziehung. Ein Incel ist jemand, der keine ernsthafte Chance hat, eine romantische Beziehung einzugehen oder auch eine Verabredung zu bekommen. Das Single-Dasein kann also eine Folge von Inceltum sein, ist jedoch nicht mit dem Inceldom gleichzusetzen. Insofern sind die Begriffe nicht synonym.

Ich glaube, ich könnte unfreiwillig zölibatär sein. Was sollte ich machen?[Bearbeiten]

Die Antwort auf diese Frage ist abhängig davon, ob sich das Inceltum negativ auf das Alltagsleben auswirkt oder nicht. Wenn dies nicht der Fall ist, dann ist alles in Ordnung und man kann sein bisheriges Leben wie bisher fortführen.

Wenn man psychische Schäden an sich feststellt, sollte man den Versuch unternehmen, das eigene Selbstwertgefühl auf irgendeine Weise zu steigern, oder den sogenannten Stoizismus als Konzept der Lebens­führung praktisch erproben (siehe Weiße Pille). Wenn man an sich selbst physiologische Schäden feststellt, beispielsweise durch sexuelle Frustration, kann man Antaphrodisiaka (Arzneimittel, das die Libido unterdrückt) oder Anaphrodisiaka (Nahrungs­ergänzungs­mittel, das die Libido unterdrückt) einnehmen.

Männlichen Incels, die in einem Land ohne eine gesellschaftlich praktizierte Tradition der arrangierten Partnerschaften leben, ist anzuempfehlen, das eigene Erscheinungsbild sexuell attraktiver zu machen, etwa durch das Engagieren eines Personal­trainers, der einem beim Aufbau und Ausbau der körperlichen Leistungs­fähigkeit unterstützt, eines Modeberaters, der einem bei der Auswahl der Bekleidung hilft, das Anfertigen von Gemeinschafts­gefühl fördernden Fotografien wie beispielsweise Fotos mit Haustieren und/oder die Konsultation von Experten für sogenannten Lookismus. Wenn jemand es nicht mehr versuchen will, dann kann er sich für Incels politisch einsetzen, als „Mann seinen eigenen Weg gehen“ (MGTOW), freiwilliger NEET werden oder parasitär auf Kosten der Gesellschaft leben.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Als standardcel oder hicel gilt jemand, dessen Zölibat darauf zurückzuführen ist, dass er zu wählerisch ist, d.h. zu hohe Ansprüche an einen Partner stellt. In der Incelosphäre werden solche Personen typischerweise als volcel bezeichnet, was das komplette Gegenteil eines unfreiwilligen Zölibats ist. Standardcel ist ein Synonym für hicel, was für "high standards celibate" steht.
  2. Christopher Ingraham: The share of Americans not having sex has reached a record high (Deutsch: „Der Anteil der Amerikaner, die keinen Sex haben, hat ein Rekordhoch erreicht“), Washington Post am 29. März 2019 ("You can blame young people for this dry spell, data show" - Deutsch: „Man kann junge Menschen für diese Trockenzeit verantwortlich machen, das zeigen die Daten.“)
  3. "I hate women" - the world of the "incels", The Daily Telegraph am 18. August 2018
  4. Senegal: Polygamy
  5. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/fields/2018.html (Link broken)