Egoshooter aus der Echokammer

Aus Deutschen Incel-Wiki
  • Egoshooter aus der Echokammer, Nationalismus ist keine Alternative am 6. Oktober 2020[1]
    Anreißer: Ein Interview mit Veronika Kracher über virtuelle rechte Räume und physischen rechten Terror.
    Das Internet und speziell soziale Medien sind ein wichtiger rechter Resonanzraum. Zwar wird immer mal wieder darüber berichtet, wie etwa Alt-Right-Leute Trumps Wahlkampf mit Memes vorantreiben und Social Media als Schauplatz für einen Kulturkampf nutzen, oder wie sich über Discord rechte »Trollfabriken« und Shitstorm-Kampagnen organisieren. Das Internet spielt aber auch eine relevante Rolle für aktuelle Formen rechten Terrors und das nicht nur weil sich dort Bomben­anleitungen finden lassen oder im Darknet Waffen bestellt werden können. Weil es schwierig ist, da den Überblick zu behalten, haben wir mit der Journalistin Veronika Kracher[2] gesprochen.


[Auszug]
Bei mehreren der rechten Anschläge der letzten Monate hat "Antifeminismus" oder besser gesagt der Hass auf Frauen eine große Rolle gespielt. Du hast dich ja mit Incels beschäftigt. Incel ist eine Wort­zusammen­setzung aus involuntary und celibate, also unfreiwilliges Zölibat, und ist eine Selbst­bezeichnung einer Szene aus gekränkten Typen, die Frauen abwerten und aggressiv ein Recht auf Sex einfordern. Für wie relevant hältst du diese Szene aktuell und was sind denn weitere wichtige Vertreter in der „Manosphere“ des Internets?
Die Manosphere agiert ja mit dem Begriff der »Red Pill« – also man schluckt die rote Pille und sieht dann, dass der Mann das eigentlich unterdrückte Geschlecht ist, vor allem der weiße, heterosexuelle cis-Mann. Demnach leben wir auch in einem »Feminat«, in dem Männer eigentlich die ganze Zeit von falschen Vergewaltigungs­vorwürfen und Scheidungen bedroht werden und von der Tatsache, dass jetzt Diskriminierungs­gesetze kommen, nach denen man Frauen nicht einmal mehr anschauen darf. Kern sind also diese ganzen anti­feministischen Narrative. Generell wird der Mann durch die »PC-Agenda«, die immer jüdisch konnotiert ist, und durch den Kulturmarxismus, was ja auch eine antisemitische Chiffre ist, total verweichlicht, weshalb er sich auch nicht gegen dieses »Feminat« wehren kann. Er muss sich daher in der Manosphere zusammen­rotten, mit anderen Männern vernetzen und seine ursprüngliche Männlichkeit wiederfinden. Wichtig dafür sind zum Beispiel Pickup-Artists, die Frauen emotional, sexuell und psychisch manipulieren, um sie ins Bett zu kriegen und ihnen zu zeigen, dass ihr Ort auf den Knien vorm Mann ist. Daneben gibt es MGTOWs, also »Men Going Their Own Way« und das sind Männer, die sagen, Frauen seien das total Böse und eigentlich müssten sie sich generell von Frauen emanzipieren und in den Männerbund zurückziehen – aber natürlich »no homo«. Sie sehen Frauen als Wurzel allen Übels und wollen keinen länger­fristigen Kontakt mehr zu Frauen haben. Diese Gruppen fallen unter den Schirm des »Mens Rights Activism« und in Deutschland sind das Gruppen wie WikiMANNia (die Macher des maskulinistischen Wikipedias) oder Einzel­personen wie Hagen Grell oder Birgit Kelle. Mans Rights Activists finden sich aber auch zuhauf in der AfD oder bei christlichen Fundamentalisten wieder.
Zuletzt gibt es noch INCELs, die aber eine »Black Pill«-Ideologie vertreten. Mit den Red Pillern teilen sie sich die Ansicht, dass Frauen die Welt beherrschen und Männer das unterdrückte Geschlecht sind. Aber während Red Piller sagen, sie könnten durch die Entdeckung ihrer natürlichen Männlichkeit das Game gewinnen und Frauen dazu bringen, ihnen wieder untertan und sexuell gefügig zu werden, sind INCELs der Ansicht: »Ich bin so hässlich, für mich ist der Zug abgefahren. Denn diese Welt basiert auf dem Prinzip des Lookismus, was die einzig existierende Diskriminierung­form ist. Das heißt, hässliche Menschen werden unterdrückt und ich als INCEL bin der hässlichste und bin deshalb total unterdrückt, daher wird eine Frau, egal welche Pickup-Technik ich anwende, niemals Sex mit mir haben. Frauen haben nur Sex mit super attraktiven Typen, weshalb ich keinen Sex habe, obwohl ich ihn eigentlich verdienen würde. Ergo müssen Frauen bestraft werden.«
– Antifa[3]

Fußnoten

  1. Nationalismus ist keine Alternative ist eine Webseite der Antifa.
  2. Veronika Kracher ist eine marxistische Feministin.
  3. Egoshooter aus der Echokammer, Nationalismus ist keine Alternative am 6. Oktober 2020

Siehe auch[Bearbeiten]